Abstract der Masterarbeit von Reinhard Brunner (2008)
Gemeindearbeit Evangelischer Gemeinschaften in postmoderner Wirklichkeit
Eine Reflexion anhand des Gemeindegründungsprojekts jesusfriends.de
dieser Masterarbeit wird die Entwicklung von jesusfriends.de in Hamburg/Deutschland, einem Gemeindegründungsprojekt des Bundes Evangelischer Gemeinschaften (BeG), reflektiert und mit Literatur zum Thema diskutiert. Der Autor sieht sich vor die Frage gestellt, ob und wenn ja, welche Erfahrungen, die bei jesusfriends.de gemacht wurden, für andere Gemeinden fruchtbar gemacht werden können, um eine für die Menschen relevante Gemeinde in postmoderner Wirklichkeit zu sein.
In der Arbeit werden zunächst die relevanten Kontexte "Evangelischer Gemeinschaftsbewegung" und "postmoderner Wirklichkeit" reflektiert. Danach folgt als Hauptteil eine kritische Reflexion der Entwicklung von jesusfriends.de in sieben Phasen. Den Schluss bilden einige Chancen, die die Evangelische Gemeinschaftsbewegung nach Ansicht des Verfassers zum Gemeindebau in postmoderner Wirklichkeit hat.
Folgende Punkte können als Ergebnisse dieser Arbeit festgehalten werden:
1.) Unsere Welt verändert sich rasant. Dieser neue kulturelle Rahmen hat weitreichende Folgen für Fragen des Zusammenlebens, der Weltanschauung, der Wertediskussion, Religion, usw.. Es geht also um die Wahrnehmung unserer Gesellschaft als postmoderner Wirklichkeit.
2.) Für die Kirche besteht die Herausforderungt einer pluralen heterogenen Gesellschaft postmoderner Wirklichkeit darin, das Evangelium und Kirche in diese neuen Milieus und Subkulturen zu kontextualisieren. Es geht also um eine neue Form von Mission.
3.) Damit eine wirkliche Kontextualisierung gelingt ist eine gründliche Reflexion über die Identität, Gestalt und den Auftrag der Kirche einerseits und anderseits um eine Reflexion über den eigenen gemeindlichen Herkunftskontext, sowie über den Zielkontext postmoderner Wirklichkeit nötig. Es geht also um eine neue veränderte Gestalt von Kirche in postmoderner Wirklichkeit.
4.) Für die Gemeinschaftsbewegung bestehen die neuralgischen Punkte für eine Gemeindearbeit in postmoderner Wirklichkeit vor allem in der für sie typischen Theologiefeindlichkeit und der eines theologischen Dualismus, welcher sich auch in der Gemeindegestalt niederschlägt. Dies gilt es dringend zu bearbeiten.
5.) Dennoch hat die Gemeinschaftsbewegung nicht trotz, sondern gerade wegen ihres Erbes auch einige gute Chancen zur Gemeindearbeit in postmoderner Wirklichkeit (z.B. die Zentralität von Jesus und Bibel; das Geschichten erzählen; die Beteiligung der ganzen Gemeinde; der Fokus auf eine gelebte, nicht einer gelehrten Frömmigkeit). Diese gilt es unbedingt zu bewahren.
Das Fazit dieser Arbeit lautet: Es geht ausdrücklich nicht um "postmoderne Gemeinde". Es geht aber dezidiert um "Gemeinde in postmoderner Wirklichkeit". Das bedeutet, es geht um Kirche, die sich in ihren jeweiligen Kontext hineingestellt weiß und sich dort kontextualisiert ohne ihr Wesen als Gemeinde Jesu aufzugeben. Als eine solche Kirche werden auch Evangelische Gemeinschaften eine für die Menschen relevante Gemeindearbeit in postmoderner Wirklichkeit tun können.
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