
Die Evangelische Hochschule TABOR gehört zur so genannten Gemeinschaftsbewegung in Deutschland. Diese hatte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Sammelbecken aller pietistisch orientierten Gruppierungen innerhalb der Evangelischen Kirche gebildet. Einige dieser Gruppen führen ihre Wurzeln bis auf die Gründerväter des Pietismus Philipp Jakob Spener (1635-1705), August Hermann Francke (1663-1727) und Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700-1760) zurück, oder sie entstanden in der Erweckungsbewegung zu Beginn des 19.Jahrhunderts. Ihnen gemeinsam ist die Zusammenkunft der Gläubigen zum Austausch über Bibeltexte neben dem Gottesdienst. Diese Strömungen bezeichnet man mit dem Begriff "Altpietismus".
Um 1875 drangen aus England und den USA dann viele Einflüsse der methodistisch geprägten Heiligungsbewegung nach Deutschland. Ihre Betonung der persönlichen Heiligung und der Notwendigkeit der Evangelisation wurde innerhalb der Landeskirchen vor allem in den beschriebenen altpietistischen Kreisen aufgenommen. Dort, wo die Anregungen jener Heiligungsbewegung besonders stark bestimmend wurden, entstand daraus eine spezielle Form von pietistischer Gemeinschaftsarbeit, die zur Unterscheidung bald mit dem unscharfen Begriff "Neupietismus" bezeichnet wurde. Der Neupietismus findet sich sowohl in Kirchengemeinden als auch in freien Vereinen, die seit 1897 unter dem Dach des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands organisiert sind. Man geht davon aus, dass sich in Deutschland ca. 300.000 Menschen diesem Milieu zugehörig fühlen.
Da hierzu auch die 1909 gegründete Evangelische Hochschule TABOR gehört, wurde hier eine Forschungsstelle eingerichtet, welche dafür sorgen soll, dass das bisher kaum wissenschaftlich erforschte Gebiet der Entwicklung, Prägung und Theologie des Neupietismus besonders untersucht wird.
Leiter der Forschungsstelle:
Prof. Dr. Frank Lüdke
Am 18. Mai findet auf Initiative der Studierenden ein Sponsorenlauf für unsere Hochschule statt - und Sie sind herzlich dazu eingeladen! Weitere Infos finden Sie hier auf unserer Homepage sowie auf unserer Facebook-Seite.
Reinhard Brunner rezensierte für uns das Buch des Monats Mai, das laut Untertitel Antwort geben möchte auf die Frage, "Wie Sinusstudien der Kirche helfen können, Menschen zu erreichen". Lesen Sie die Rezension nun online.
Am 24. April 2013 laden wir wieder herzlich zu unserem Interessententag an der Evangelischen Hochschule TABOR ein. Alle Informationen dazu finden Sie nun online.
Das Buch des Monats April, "Mein Bibellexikon", ist ein Lexikon für Kinder. Die Rezension, diesmal von einem unserer Studenten verfasst, steht nun für Sie online.