September 2010

Mark DeVries

Sustainable Youth Ministry

 

 

 

 

 

Why most youth ministry doesn't last and what your church can do about it.

Verlag: IVP, Downers Grove 2008

Sprache: Englisch

ISBN-13: 978-0830833610

ca. 12,99 Euro

 

Was lässt eine gemeindliche Jugendarbeit langfristig gedeihen, wenn die Jugendpastoren kommen und gehen? Mark DeVries Plädoyer für eine nachhaltige Jugendarbeit will Antwort darauf geben.

DeVries hat neben seiner langjährigen und fortwährenden Arbeit als Jugendpastor viele Gemeinden zum Thema Jugendarbeit beraten und Lehraufträge an renommierten amerikanischen Seminaren wie Princeton und Vanderbilt wahrgenommen – in seiner Person bündelt sich ein unwahrscheinlicher Schatz an Praxisreflexion, der auch für deutsche Gemeinden fruchtbar gemacht werden sollte.

DeVries prangert an, dass all zu viele Gemeinden ein bestimmtes Konzept für die Jugendarbeit entwickelt haben: das Konzept des Zufalls. „Die Gemeindeleiter drücken die Daumen und glauben von ganzem Herzen, dass dieses Mal die Karten gut sein werden. Diesmal werden sie den Superstar-Jugendpastor finden, der alles ändern wird“ (S. 10).

Dagegen schlägt DeVries ein Programm des Nachdenkens vor, das die gesamte Gemeinde(leitung) einbezieht. Schlüssel dieses Nachdenkens ist, die Gemeinde als System zu betrachten. Inspiriert von der systemischen Familienberatung geht DeVries davon aus, dass nachhaltige Veränderung in der Jugendarbeit passiert, wenn der Fokus nicht auf den sich präsentierenden Problemen sondern auf den systemischen Mustern, die unproduktive Praxis fördern, liegt.

Es folgen praktische Vorschläge für eine strukturelle und organisatorische Stärkung der Jugendarbeit, doch wichtiger für DeVries ist die Veränderung des „Klimas“ der Jugendarbeit durch emotional intelligente Führung.

Ein wesentlicher Bestandteil einer Jugendarbeit ist normalerweise der hauptamtliche Jugendpastor, darum bietet DeVries Impulse für Gemeindeleiter, die ihnen helfen sollen, ein realistisches Stellenprofil zu formulieren. Für Jugendpastoren selbst gibt es sehr viele gut durchdachte Anregungen zu Selbstmanagement und Mitarbeitersuche. Sie fordern dazu heraus, Prioritäten neu zu setzen – so viel, dass es sich empfiehlt, das Buch zum Arbeitsbuch werden zu lassen. Ein besonders wertvolles Kapitel ist der (Ein)Stellung des Jugendpastors zur Gemeindeleitung gewidmet.

Eine Begrenzung des Buchs ist gewiss der fast ausschließliche Bezug auf die nordamerikanische Gemeindekultur. Eine andere (bewusste) ist der Fokus auf das Strukturelle und Organisatorische der Jugendarbeit.

DeVries gelingt es, auf äußerst gut lesbare und humorvolle Art und Weise Mut zu machen, eine gemeindliche Jugendarbeit nachhaltig aufzubauen. Das Buch ist eine lohnende Lektüre für reflektierende Jugendarbeiter und Gemeindevorstände. Am besten gemeinsam!

Sam Shearn

Warum Tabor?

Newsletter abonnieren!