Orientierung

Das Brüderhaus Tabor in der Zeit des Nationalsozialismus

Im Spiegel der Briefe des Seminaristen Kurt Meinhold

Im Jahr 2012 ließ Frau Birgit Härtel Prof. Frank Lüdke, von der Ev. Hochschule Tabor, einen Briefstapel aus dem Nachlass ihrer Eltern zukommen. Die Briefe stammten von Kurt Meinhold, ihrem Großonkel, der von 1934-1939 in Marburg am damaligen „Brüderhaus Tabor“, dem Seminar für Innere und Äußere Mission, ausgebildet wurde. In dieser Seminararbeit wurden diese Briefe gesichtet und die wichtigsten Linien in Bezug auf Tabor und die zeitlichen Umstände des nationalsozialistischen Regimes zusammengefasst. Insgesamt sind 54 Briefe mit Datum vorhanden und 23 weitere Dokumente ohne Datum oder ohne erkennbare Zuordnung. Eine Transkription dieser Primärquellen liegt vor und kann bei Bedarf zur Verfügung gestellt werden. Die zwei wichtigsten Sekundär-Quellen wurden von Frank Lüdke verfasst, ein Aufsatz über Tabor in der NS-Zeit und das Buch „Diakonische Evangelisation“.
Es gibt bisher nur von Werner Stoy und Frank Lüdke wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit diesem speziellen Themenfeld. Persönliches Material eines Seminaristen kann nun zum ersten Mal durch die Briefe Meinholds mit eingearbeitet werden.

Im Rahmen der Arbeit soll zur Ergänzung der bisherigen historischen Aufarbeitungen dieser persönliche Aspekt dienen. Wissen über die Vergangenheit kann mehr Erkenntnis über gegenwärtige und zukünftige Ereignisse bringen.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, aus dem Gesamtbild des Konfliktes zwischen Christentum und Nationalsozialismus das individuelle Leben eines Tabor- Seminaristen in dieser Zeit und seine persönliche Einstellung zu den zeitlichen Umständen herauszuarbeiten. Damit soll genauer erkenntlich werden, wie Tabor zu dieser Zeit zu bewerten ist und inwieweit dies den einzelnen Taborbruder betroffen hat. Zu diesem Zweck wurde außer den Briefen noch die weitere Kirchengeschichte, im Kontext des Glaubenslebens des einzelnen Christen, erläutert.

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