Orientierung

20.07.2017: Sommerpraktikum aktuell

Einblicke in die Sommerpraktika unserer Studenten:

 

 


„Ich bin jetzt schon zwei Wochen in der „Brücke.“ Das ist eine Einrichtung der Diakonie in Gießen, in der wohnungslose Menschen Hilfe und Beratung erfahren können. Jeden Tag besuchen viele Menschen unseren Aufenthaltsraum um sich ein leckeres und kostenloses Frühstück schmecken zu lassen, zu duschen, Bekannte zu treffen oder Zeit in Gemeinschaft zu verbringen. In den zwei Büros der Fachberatungsstelle kümmern sich die Mitarbeiter um die alltäglichen und auch außergewöhnlichen Anliegen der Besucher und haben ein offenes Ohr — nicht nur für die Probleme der Menschen, die wir oft an den Rand der Gesellschaft stellen, sondern auch für die normalen Geschichten, die man einfach mal mit jemandem teilen möchte.
 

Am letzten Donnerstag haben wir einer der Büroräume in eine Redaktion verwandelt. Hier entsteht die neue Gießener Straßenzeitung! Gemeinsam mit einem Mitarbeiter des Gießener Anzeigers, einem ehrenamtlichen Fotografen, einer Sozialarbeiterin der Brücke und natürlich einigen Mitstreitern, die selbst in der „Szene“ Zuhause sind, wurde an diesem Vormittag abgestimmt, welchen Namen die Zeitung tragen soll: „Der Gießener Schwätzer.“ Bis zur ersten Ausgabe sind natürlich noch einige Hürden zu nehmen (Wo wird gedruckt? Wer schreibt regelmäßig Artikel? usw…), aber das Team ist motiviert und Schritt für Schritt nimmt alles mehr und mehr Gestalt an.
 

Ich freue mich total an dem Prozess teilhaben zu dürfen und meinen Beitrag zum Gelingen der Zeitung zu leisten. Generell ist die Zeit hier in der „Brücke“ sehr wertvoll für mich. Das niedrigschwellige Hilfsangebot fasziniert mich — hier wird jeder ernst genommen, egal, ob es um eine neue Wohnung, irgendeinen unverständlichen Brief vom Amt, oder „nur“ die Betreuung seines Haustieres geht. Ich darf viele interessante Persönlichkeiten kennenlernen, die mich an ihrer Lebenserfahrung teilhaben lassen und meinen Horizont erweitern. Im Team fühle ich mich sehr getragen, gefördert und wertgeschätzt und ich kann die Mitarbeiter im stressigen Alltag etwas entlasten, indem ich mich um Kleinigkeiten wie das Herausgeben von Duschutensilien oder das Herrichten des Frühstücksbuffets kümmere.
 

Noch knapp zwei Wochen habe ich vor mir — ich bin gespannt, was ich noch alles lernen darf. Jetzt gehts vor allem in die Beratungsgespräche!
 

Herzliche Grüße aus der „Brücke“,
Florian“ (B.A. Praktische Theologie und Soziale Arbeit)

Top