Orientierung

Aufgeschlagenes Buch Theologie und soziale Arbeit

Publikation: SEHT 4 - Evangelium und Erfahrung

Evangelium und Erfahrung. 125 Jahre Gemeinschaftsbewegung

Die evangelische Gemeinschaftsbewegung in Deutschland ist ebenso wie die meisten FreikIm Mai 1888 fand in Gnadau bei Magdeburg die erste Gnadauer Pfingstkonferenz statt. Sie bildete den Beginn der organisierten Gemeinschaftsbewegung in der Evangelischen Kirche, der sich bis heute ca. 200-300.000 evangelische Christinnen und Christen zugehörig fühlen. In den beiden Begriffen Evangelium und Erfahrung findet sich wie in Brennpunkten genau das konzentriert, worum es dieser Bewegung seit 125 Jahren im Kern geht: zum einen geht es um das Evangelium, die Gute Nachricht von der Erlösung und Gnade in Jesus Christus. Darum nennt man sich ganz bewusst Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband, weil die Orientierung an der Heiligen Schrift und an den Erkenntnissen der Reformation bis heute grundlegend ist. Die Gemeinschaftsbewegung hat aber zum anderen immer betont, dass diese Berufung auf das Evangelium nicht zu einer bloßen Rechtgläubigkeit oder toten Orthodoxie verkommen darf, sondern zu jeder Zeit immer wieder neu zu einer lebendigen Erfahrung werden muss. Von daher fand am 15.-16.3.2013 an der Evangelischen Hochschule TABOR in Marburg an der Lahn die wissenschaftliche Fachtagung zum Jubiläum des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands genau unter diesem Titel „Evangelium und Erfahrung“ statt. In diesem Band der Reihe Schriften der Evangelischen Hochschule TABOR werden die wichtigsten Vorträge dieses Wochenendes veröffentlicht.

Der Band beinhaltet folgende Aufsätze:

  • Martin H. Jung: Wort Gottes für jeden Tag – Evangelische Losungsfrömmigkeit im 19. Jahrhundert am Beispiel von Wilhelmine Canz.
  • Bernd Brandl: Der Einfluss der internationalen evangelischen Missions- und Evangelisationsbewegung auf die Gründungsphase des Gnadauer Verbandes
  • Hartmut Lehmann: Die evangelische Gemeinschaftsbewegung im kirchenpolitischen Raum
  • Thorsten Dietz: Glaube und Gewissheit – Variationen einer pietistischen Schlüsselfrage bei Theodor Christlieb, Theodor Jellinghaus und Karl Heim
  • Klaus vom Orde: Wie pietistisch ist die Gemeinschaftsbewegung
  • Jan Carsten Schnurr: Zeiterfahrung und Zeitkritik auf pietistischen Glaubenskonferenzen der 1960er bis 1980er Jahre am Beispiel der Ludwig-Hofacker-Konferenz
  • Christoph Mehl: Glauben und Handeln in der Industrie – Der christliche Unternehmer Ernest Mehl (1836-1912)
  • Frank Lüdke: Evangelisation und Diakonie bei Theodor Christlieb

Als kleine Zugabe enthält dieser Band am Ende noch eine kleine Neupietismus-Bibliographie, mit der erstmals der Versuch gemacht wird, einen Überblick über wissenschaftliche Forschungsarbeiten zur Gemeinschaftsbewegung zu geben.

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