Orientierung

Start des TABOR Gemeindekollegs (Presse)

Stacheligen Persönlichkeiten mit Liebe und Klarheit begegnen - TABOR-Gemeindekolleg erfolgreich gestartet

M A R B U R G (en): Was mache ich, wenn ein „Grenzüberschreiter“ jedes Gruppengespräch an sich reißt und keinen mehr zu Wort kommen lässt oder ein „Abwerter“ vor dem gesamten Team sein vernichtendes, völlig überzogenes Urteil über mich und meine Arbeit ausspricht? Wie man in solchen und vielen anderen Situationen liebevoll und gleichzeitig klar antwortet, konnten die Teilnehmer des Seminars „Stachelige Persönlichkeiten in der Gemeinde — Kompetent werden im Umgang mit herausfordernden Personen“ am 12. Oktober 2019 mit Psychotherapeut und Autor Jörg Berger an der Ev. Hochschule TABOR in Marburg erörtern. Das Thema brachte 65 Teilnehmende unterschiedlichster beruflicher Hintergründe, wie u.a. Pfarrer, Psychotherapeuten, Ingenieure, Schreiner und Studierende, die sich als Mitarbeitende in Kirchen verschiedener Konfessionen engagieren, zusammen. 

Im ersten Teil der Tagung stellte Berger die unterschiedlichen stacheligen Persönlichkeitstypen vor, erklärte mögliche Ursachen und lieferte praxisnahe Beispiele und hilfreiche Strategien, wie man in herausfordernden Situationen im kirchlichen Kontext reagieren kann. Unter anderem bot er auch die ein oder andere humorvolle Lösung an, etwa auf eine grob beleidigende Abwertung mit einem unpassenden Sprichwort zu antworten, um die Beleidigung ins kommunikative Nirvana abprallen zu lassen und souverän weiter leiten zu können.

Im zweiten Teil erklärte Psychotherapeut und Professor für Religionspsychologie Dr. Henning Freund einige Persönlichkeitsstörungen, die besonders in Gemeinden zu Problemen führen. Darüber hinaus wies er auch auf die Bedeutung von Spiritualität für Heilungsprozesse hin. 

Gemeindepastor und Supervisor Walter Seitz stellte die These auf, dass kalte, schwelende, unbearbeitete Konflikte stachelige Persönlichkeiten erzeugen und Menschen die Lust an der ehrenamtlichen Mitarbeit in der Gemeinde nehmen. Dies führe zu einer sich ausbreitenden Lähmung der gemeindlichen Aktivitäten und letztlich zur Resignation. Er zeigte die Chancen auf, die in einer freundlichen und klaren Bearbeitung der Konflikte lägen. Ein wichtiger Schlüssel sei hier in Anlehnung an das Harvard-Konzept die Trennung von Mensch und Problem, sowie von Position und Bedürfnis.

Unter Live-Supervisionen konnten Teilnehmer und Teilnehmerinnen eigene Fälle einbringen und sowohl neue Impulse, Fragen und Perspektiven der Experten als auch des Publikums erhalten und im Gespräch die nächsten Schritte für den Umgang mit ihrem Problem entwickeln.

Das Seminar war die Auftaktveranstaltung des TABOR-Gemeindekollegs. Mit dem Gemeindekolleg bietet die Hochschule ein neues Format für Ehrenamtliche in Gemeinden und Interessierte an: In praxisnahen Seminaren können auch Nicht-Theologen von dem Wissens- und Forschungsschatz der Hochschule profitieren und Erkenntnisse für ihr eigenes Glaubensleben und die Mitarbeit in der Kirchengemeinde gewinnen. An sechs Samstagen im Winterhalbjahr 2019/20 werden eintägige Seminare angeboten, meistens zwei parallel am selben Tag. Der nächste Termine ist der 23.11.2019 mit den Themen „Muslimen begegnen – Entstehung, Geschichte und Selbstverständnis des Islam entdecken“ (Prof. Dr. Roland Werner) und „Der Römerbrief – Die ganze christliche und evangelische Lehre in Kürze“ (Prof. Dr. Detlef Häußer).

Die Evangelische Hochschule TABOR in Marburg ist eine staatlich anerkannte Hochschule mit derzeit 225 Studierenden, die u. a. die Bachelor-Studiengänge „Evangelische Theologie“ und „Praktische Theologie und Soziale Arbeit“ anbietet. Träger ist die Stiftung Studien- und Lebensgemeinschaft TABOR.

Nähere Informationen gibt es auf der Homepage unter www.eh-tabor.de/de/gemeindekolleg und unter 06421-967 431.

 
 

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