Orientierung

Symposium 2023 - Herz und Hand vereint zusammen

Herz und Hand vereint zusammen

Soziale Verantwortung im Neupietismus

 

8. Symposium der Forschungsstelle Neupietismus der Ev. Hochschule TABOR
in Marburg an der Lahn am 03.-04.02.2023

in Kooperation
mit der Facharbeitsgruppe Historische Theologie des Arbeitskreises für evangelikale Theologie (AfeT)

 

Zum Reformprogramm des Pietismus gehörte von Beginn an auch das aktive Engagement im Hinblick auf soziale Herausforderungen, wie z.B. die Armenversorgung, das Schulwesen oder die Gründung von Waisenhäusern. Schon Philipp Jakob Spener setzte sich sowohl in Frankfurt als auch in Dresden für eine bessere Armenfürsorge ein, und August Hermann Franckes Schulstadt in Halle setzte neue pädagogische Maßstäbe. Unter den veränderten politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des 19. Jahrhunderts entstanden dann auf dem Boden der Erweckungsbewegung vielfältige sozialdiakonische Initiativen, die schließlich in der Inneren Mission miteinander vernetzt wurden. Von der traditionellen kirchlich gebundenen Armenpflege unterschied man sich vor allem durch den Aufbau überregionaler Hilfsorganisationen und den Versuch, die soziale Zuwendung mit einer Neuverkündigung der christlichen Botschaft an die entchristlichte Unterschicht zu verbinden. Der so genannte Verbandsprotestantismus wurde also gerade dort tätig, wo man Defizite kirchlichen Handelns ausmachte, nämlich auf den Gebieten der Diakonie und der Evangelisation. Augenfälligstes Werkzeug dieser sozialmissionarischen Bewegung war die Gründung von Diakonissen- und Diakonenanstalten überall in Deutschland. Als ihr evangelistischer Impetus dann aber schon bald erlahmte, wurde eine erneute Belebung vor allem durch Impulse aus dem Bereich des Methodismus und der angloamerikanischen Evangelisations- Heiligungsbewegung angestoßen. Die daraus entstehende Gemeinschaftsbewegung organisierte sich 1897 im Deutschen Verband für Gemeinschaftspflege und Evangelisation. Wie der Titel schon klarmachte und auch bei den Gnadauer Pfingstkonferenzen deutlich wurde, lagen sozialdiakonische Herausforderungen hier nicht direkt im Mittelpunkt des Interesses. Stattdessen ging es fast ausschließlich um Fragen der biblischen Theologie, Evangelisation, Heiligung und Gemeinschaftsbildung. Dennoch kam es im Laufe der Zeit auch in der Gemeinschaftsbewegung und im innerkirchlichen Pietismus seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert zu eigenen diakonischen Initiativen und der Gründung von vielfältigen sozialmissionarischen Vereinen, Werken und Verbänden bis hin zur Einrichtung von eigenen Studiengängen der Sozialen Arbeit an privaten pietistisch geprägten Hochschulen im 21. Jahrhundert. Das 8. Neupietismus-Symposium möchte der Frage tiefer auf den Grund gehen, welche Rolle das diakonische Engagement im neueren Pietismus spielt. Wie kann man die Unterschiede zu den klassischen Werken der Inneren Mission bestimmen? Welche theologischen und praktischen Akzente lassen sich festhalten? In welcher Weise wurde hier das Verhältnis von Evangelisation und Diakonie bestimmt? Welche diakonischen Arbeitsfelder wurden vom Neupietismus im 20. Jahrhundert in den Blick genommen, und warum gerade diese? Solche und ähnliche Fragen sollen auf der Tagung im Februar 2023 zur Sprache kommen.

Die Keynote hält Bischöfin Dr. Beate Hofmann, die bis zu ihrer Wahl zur Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck im Jahr 2019 Professorin für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel und seit 2017 auch Direktorin des Instituts für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement (IDM) war. Außerdem werden unter anderem auch Steffen Kern, der Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes sowie Dr. Christian Ceconi, der Vorstand der Berliner Stadtmission dabei sein.

Das genaue Tagungsprogramm und eine Anmeldemöglichkeit werden hier im Sommer 2022 erscheinen.

 

Kontakt:

Prof. Dr. Frank Lüdke

Forschungsstelle Neupietismus

Ev. Hochschule TABOR

Dürerstr. 43

35039 Marburg

frank.luedke@eh-tabor.de

06421-967-432

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