Orientierung

23.11.2018: Spiritualisierung psychischer Störungen oder Psychologisierung spiritueller Erfahrungen?

6. Fachsymposium des Marburger Instituts für Religion und Psychotherapie

Psychische Phänomene sind oft rätselhaft. Sind sie religiös überlagert, so werden sie zur Herausforderung für Psychologie und Seelsorge. Im (frei)kirchlichen Kontext kommt es nicht selten zu spirituellen Deutungen – oftmals als Ausdruck tiefer Ängste, aber auch in der Hoffnung auf Heilung und Befreiung. Wie kann man religiöse Wahnvorstellungen, religiöse Schuldgefühle, emotionale Instabilität deuten? Gottes Stimme hören oder mystische Erfahrungen – ist das krank? Oder gibt es spirituelle Erlebensweisen, die eben lebensförderlich sind? Was heilt: Psychotherapie und Medikamente oder Gebet und Wunderheilung? Das Symposium soll diese Spannungsfelder aufgreifen. Die Perspektiven sind vielfältig: religionspsychologisch, anthropologisch, kulturhermeneutisch, psychiatrisch und theologisch. Das Ziel ist eine bessere Verständigung, der Abbau von Vorbehalten gegenüber psychischen Störungen und besonderen religiösen Erfahrungen, sowie die Entwicklung ganzheitlicher Konzepte.

Den Flyer zur Tagung können Sie hier herunterladen: Flyer.

Programm

10:00 Begrüßung und Einführung — Prof. Henning Freund

10:15 1. Referat: Spirituelle Deutungen des Unheimlichen und Unverständlichen – Auswirkungen auf Stigma und Behandlung psychischer Probleme. — Prof. Dr.med. Samuel Pfeifer, Riehen bei Basel

11:00 2. Referat: Religiöse Schuldgefühle zwischen psychiatrischer Diagnostik und persönlicher Spiritualität. — Frau Dr.phil. Dr.med. Gabriele Stotz-Ingenlath, Berlin

11:45 3. Referat: Hearing voices – pathology or spiritual experience? A qualitative study of people who say they hear the voice of God. — Prof. Dr. Simon Dein, London (Vortrag in Englisch)

12:45 Mittagessen

14:00 4. Referat: Spiritualität und Heilung im Kontext indigener Kirchen. — Frau Dr. theol. Claudia Währisch-Oblau, Wuppertal

14:45 5. Referat: Dämonen austreiben? Was moderne Psychotherapie mit einer spirituellen Wirklichkeitswahrnehmung verbindet. — Dr. med. Martin Grabe, Oberursel

15:30 Kaffeepause

16:00 6. Referat: Krisen auf dem geistlichen Weg – Dunkle Nacht oder Depression? — 
Prof. P. Dr. theol. Dr. phil. Michael Plattig, O. Carm, Münster

17:00 Ende des Symposiums

Anmeldung

Tagungsbeitrag (inkl. Verpflegung)

  • Frühbucher (Einzahlung vor dem 1. August): 65 €
  • Regulärer Tagungsbeitrag: 75€
  • Tagungsbeitrag für Studierende 35€

Das Anmeldeformular finden Sie auf hier am Ende der Seite: Anmeldeformular.

Referenten

Prof. Dr. Simon Dein

Professor für Psychiatrie, Religionspsychologie und Anthropologie am University College, London; Mit-Herausgeber der Zeitschrift „Mental Health, Religion and Culture“, vielfältige Artikel und Bücher über Religion und Kultur in Judentum, Islam und Christentum.

Prof. Henning Freund

Psychologe und Psychotherapeut, Professor für Religionspsychologie an der Ev. Hochschule Tabor, Studienleiter M.A. Religion und Psychotherapie.

Dr. Martin Grabe

Chefarzt der Klinik Hohe Mark in Oberursel / Frankfurt; Erster Vorsitzender der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge.

Prof. Samuel Pfeifer

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Riehen/Schweiz, Professor für Psychotherapie und Spiritualität an der Ev. Hochschule Tabor.

Prof. Michael Plattig

Professor für Theologie der Spiritualität, Leiter des Instituts für Spiritualität der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster.

Dr. Dr. Gabriele Stotz-Ingenlath

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberärztin Fliedner-Klinik Berlin, Stv. Vorsitzende des Referats «Psychiatrie und Religiosität/Spiritualität» der DGPPN.

Dr. Claudia Währisch-Oblau

Theologin, Leiterin der Abteilung Evangelisation der Vereinigten Evangelischen Mission, Wuppertal; Mitverfasserin eines Buches über dämonische Deutungen im interkulturellen Kontext.

Anreise

Tagungsort:
Evangelische Hochschule TABOR
Dürerstr. 43
35039 Marburg/Lahn

Mit dem Auto: B3, Ausfahrt „Marburg Hbf“ (von Norden) oder „Marburg Mitte“ (von Süden), Ausschilderung „Ortenberg“ folgen.

Mit der Bahn: Marburg Hbf, zu Fuß über den Ortenbergsteg die Zuggleise überqueren, dann den Berg hoch der Dürerstraße folgen.

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